Jedes Ende bedeutet auch einen Neuanfang...

Nach Derwens Tod stand die Welt lange für mich still.
Jeder Tag ohne ihn- eine Qual.
Mein Gemütszustand lässt sich wohl am ehesten mit dem Wort "Verzweiflung" beschreiben.
Ich ging noch Wochen unsere alten Wege, mit seiner Leine um den Hals hängend, mit seinen Lieblingsleckerchen in der Tasche...
Ich weinte mir auf "unseren" Wegen oft die Seele aus dem Leib und alte "Hundebekanntschaften" hielten dann an, konnten mich nicht wirklich trösten.

Nach Wochen der totalen Lethargie stand für mich fest- in diesem Leben wird kein Hund mehr an meiner Seite sein.

Das schlimmste an der Situation war wohl für mich, ich hatte keine Aufgabe mehr.
Alleine durch Wälder und über Felder zu laufen empfand ich irgendwann als unerträglich, aber ich war standhaft- kein neuer Weggefährte.
Somit verbrachte ich die Abende und Wochenenden daheim, auf dem Sofa.

Nach Monaten gelang es mir, die ersten Ridgebackseiten im Internet zu besuchen.
Für mich war es ein grosser Schritt in den Alltag zurück.
Es muss damit angefangen haben, als ich mal wieder in den Weiten des WWW unterwegs war und ein kleiner, feiner Ridgebackjunge mir von einem Foto aus zulächelte.
NEIN, kein neuer Wegbegleiter! Ich war standhaft...

Ich war so lange standhaft, bis eine Freundin mich im Oktober besuchte und wir Stunden vor diesem Bild verbrachten. Sie hat sicher einen grossen Teil dazu beigetragen, dass ich bei dem Anblick dieses kleinen Wonneproppen wieder lachen konnte.
Meine Standhaftigkeit blieb mir ein paar Tage erhalten, bis ich an diesem Sonntag im November zum Telefonhörer griff und den Züchter anrief.
Wie sagte ich zu Ralph, ich will ja nur mal hören...

Eine Woche später sass ich mit einer lieben Bekannten zusammen im Auto und wir machten uns auf den Weg- nur zum gucken.

Wir verbrachten ein wundervolles Wochenende mit vielen Ridgebacks, gutem Essen und langen Gesprächen.

Aus dem nur mal hören und nur mal gucken wurde:
Mein Urlaub musste verlegt werden, ich musste noch Halsband und Leine kaufen. Ein neuer Schlafplatz musste her...
Da war sie- meine Aufgabe!

Das Schicksal hatte tatsächlich zugeschlagen...

Am 15. Dezember 2007 fuhr ich dann zu meinem kleinen Schicksal.
Was soll ich sagen, das Schicksal lässt sich nicht austricksen- solche Dinge passieren einfach...
Copyright 2008 Melanie Neth. Alle Rechte vorbehalten